20100810

Techno-Hauptstadt Berlin

Ende der achtiger Jahre gab es die ersten Anzeichen, das Berlin einmal Techno-Mekka werden sollte: Im Sommer 1989 zog die erste Love Parade über den Kudamm - dort blieb sie bis einschließlich 1995, bevor sie ab 1996 erstmal in den Tiergarten zog. Bevor es jedoch mit der Love Parade losging, wurde Pionierarbeit in vielen kleinen Clubs geleistet:
Dezember 1988 fanden erste Acid-Partys u.a. mit dem Loveparade-Erfinder DJ Motte im UFO (Partys bis Sylvester 1990 u.a. in der Köpenicker Straße 89-90, u. dann zudem am Schöneberger Kleistpark in der Großgörschenstraße) statt. März 1991 dann Umzug zur Kult-Location Planet in der Köpenicker Straße 50 (bis Ende 1993). Zeitgleich eröffneten 1991 der Tresor an der Leipziger Str. (bis 2005, heute gibt es einen Nachfolger-Laden in der Köpenicker Str. 70) und das Quartier Latin an der Potsdamer Straße (bis Ende 1994).
1992 kam der Walfisch (After Hour-Partys - in den Räumen des heutigen Sage Clubs) in der Köpenicker Str. (bis Ende 1994) und der Bunker in der Luisenstraße (bis April 1997) hinzu.
Ab 1993 gab es erste Techno-Partys in der bekannten Location E-Werk, Wilhelmstraße und Ende 1993 auch Tekkno-Partys im Exit (Fischerinsel bis Ende 1994). Desweiteren 1994 Cafe Moskau mit Techno-Partys bis Feb. 1996.
Zudem gab es Techno- und House-Partys in der Turbine Rosenheim (Dubmission) in Schöneberg, in der Turbine (1991-1994 in der Ohlauer Str.), im altehrwürdigen Metropol am Nollendorfplatz, im 90 Grad (siehe Clubhistory ) in Schöneberg sowie im EBM-lastigen, legendären Linientreu in der Budapester Straße - dort lernten sich u.a. die Macher von And One erstmals kennen.

Darüber hinaus gab es in Berlin die ersten Mayday-Partys. Multiplikatoren des Technos waren u.a. das Stadt-Mag Flyer, die 1988 gestartete Radiosendung des SFB mit Monika Dietl, und ihrer Nachfolgerin Marusha (ex DT 64) auf dem Berlin/Brandenburger, in Potsdam ansässigen Fritz-Radio mit der Radio-Clubsendung Rave Satellite. Desweiteren Erwähnenswert MDR Sputnik mit Clubmucke, die den Berliner Technogeschmack bis nach Leipzig und Dresden ausstrahlte.

Zu den bekanntesten DJ´s aus der Berliner Techno-Gründerzeit zählen Westbam (Metropol, Macht der Nacht), der ab 1993 durchstartende Paul van Dyk (Visions of Shiva produziert mit Cosmic Baby), Marusha, Mijk van Dijk, Jonzon, Clé, Rok, Tanith (Bash Records mit Jürgen Laarmann), Kid Paul und DJ Dick.

Hier eine tolle Webseite zu verblichenen Clubs in Berlin: Discokugel. Links zur Techno-Geschichte in Berlin: Erinnerungen: Bericht im Zitty. E-Werk 1993-1997 (heute Veranstaltungslocation unter der Regie vom ehemaligen Loveparade-Organisator Ralf Regitz) E-Werk. UFO, Berlin: Die Pioniertage des Techno auf einestages. Historie der legendären Tekknozid-Raves 1990-1992 von Wolle XDP - hier wurde der Begriff - Tekkno geprägt: Tekknozid. Berlin Film: Techno City 1993

Techno-Classics Partys:
Anlässlich des 20-jährigen Mauerfalls: 20 Jahre Clubs Berlin und Clublegenenden
Partyreihe: Back to Basics Party Back-Party: Nostalgie Rave E-Werk

Link zu einem herausragenden Artikel von Reinhard Mohr auf Spiegel Online vom 16.07.09 zum heutigen Ballermann an der Spree

100 Prozent Old Skool:

20100731

Legendäre Clubs Rhein-Main-Techno

Die "Hall of Fame":

- Dorian Gray, Frankfurt/M.
- Omen, Frankfurt/M.
- Music Hall, Frankfurt/M.
- XS, Frankfurt
- Plastik, Frankfurt/M.
- MTW, OF
- Lopos Werkstatt, Darmstadt
- Paramount Park, Rödermark
- Aoxomoxoa, Taunusstein
- Wartburg, Wiesbaden
- Apple, Wiesbaden
- Palazzo, Bingen
- Easy, Diez
- Extra, Koblenz
- Hippodrome, Neuwied
- MS Connexion, Mannheim
- K.D., Worms
- Scala, Sinsheim
- House Club, Heidelberg
- Aladdins, Goldbach (bei Aschaffenburg)
- Airport, Würzburg
- Stammheim, Kassel

Eine unvergessene weitere erwähnenswerte Location in Frankfurt/M. war in dieser Zeit (1990/91) das temporäre Palais Osthafen. Hier ein Link zu einem tollen Zeitdokument aus den Anfangstagen des Technos Ego, Bad Kreuznach.

Legendäre Music Rhein-Main-Techno

Oldschooltechno Kult-Scheiben aus dem Rhein-Main-Gebiet (Maxis Techno, Agreppo, Dancefloor):
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1. Umo Detic - Fahrenheit
Hammerteil von Talla 2XLC und Jallokin mit Referenzen aus Kampfstern Galactica.


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2. Ideas 4 imitators - Der Komtur
Eine der Kultscheiben des tödlich verunglückten Erfolgsproduzenten Torsten Fenslau.
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3. Konzept - Hypnautic Beats
Konzept alias Giora Schein und Holger Wick ("Hoschi", slices electronic magazin berlin), die sich im Techno Club des Dorian Gray kennenlernten, sorgten für den feinen Unterschied, der Technobody-Music aus Rhein-Main zur Institution werden ließ. Konzept - erschienen auf "New Zone/AMV" sorgten 1990 mit den Titeln "Hypnautic Beats", "Human Transmission", "Condem me" und "Last night" für extasische Tanzabende zwischen Ravern und der Doc Martens Fraktion. Abgefeiert wurde hammerhart -ambossmäßig auch exklusiv auf Konzept & Technosystem Partys im Aoxomoxoa in Taunustein. Giora Schein, der mehr für den melodischen Teil verantwortlich war, war auch noch bei anderen Produktionen beteiligt (Blind Vision "Don´t look at me" (mit Andreas Froese),Umo Detic (Carpe Diem), Time Modem (Mantel der Nacht), Eco (Geld). Später produzierte der heutige Frankfurter Gastro-Experte Schein dann u.a. mit Nosie Katzmann Euro-Dance-Charterfolge (Captain Hollywood Project "More and more"). Holger Wick produzierte mit Andre Fischer (Recall IV "Contrast" und Trust in 6 "Life in Extasy") u.a. noch Scope "Die Zukunft". Infacted Recordings hat die Konzept-Klassiker wieder veröffentlicht.
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4. Snap!- The power
1990 eroberte "The Power" als Wegbereiter des "Sound of Frankfurt" die Tanzflächen. Mit dieser Nummer schrieben Luca Anzilotti und Michael Münzing - die Macher von Snap! Dance-Geschichte und wurden zum Synonym für den "Sound of Frankfurt", der sich weltweit mit erfolgreichen Musikproduktionen etablierte. Michael Münzing gehörte mit Matthias Martinsohn und Sven Väth auch zu den Besitzern des Omen Clubs in Frankfurt/M. Ausserdem gehörte Münzing mit Martinsohn und Luca Anzilotti zu den Gründern des Logic Records Label. Münzing und Anzilotti (früher auch mal DJ im Vogue) arbeiteten zudem vor dem Snap! Erfolg musikalisch auch schon mit Sven Väth (Off) zusammen. Münzing, der auch mal im Gray auflegte, war Webbereiter des Vogue, des Omens und des neuen Gastro-Projektes in der Frankfurter Meisengasse. Heute residieren Münzing und Anzilotti ganz nah an Väth´s Cocoon Club in Frankfurt/M.
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5. Culture Beat - Mr. Vain
Das Dorian Gray ist am zum bersten gefüllt, die Tanzfläche flimmert, ein Strobo wabert über die Szenerie, ansonsten ist es stockdunkel und fast mystisch still, nur flüstern hört man und das obwohl fast 3.000 Menschen sich in den großen Club des Tanztempels gedrängelt haben und nun warten, warten dass es weiter geht, weiter mit der Musik. Mitten in dieser Szenerie hört man über die Lautsprecher ein klackern, als wenn jemand ein überdimensionales Musikband eingelegt hätte. Dann geht es los: Ein Paukenschlag, nein ein Donnern - einmal, zweimal, die Tanzfläche, nein das gesamte Dorian Gray hebt ab. Wie ein kalter Schauer mischt sich die Dunkelheit mit dem grauen Nebel und der gesamte Laden fängt an bombastisch zu vibrieren. Der Song "Mr. Vain" von "Culture Beat" erlebt an diesem 08.04.93, einem Ostern-Donnerstag zur Spring Rave-Party seine Premiere. Das Dorian Gray kochte in dieser Gründonnerstag-Nacht über.

Die Gäste im Gray nicken, das muss es sein, das muss der Techno der Zukunft sein und dieser Song muss ein Hit werden. Und tatsächlich: Techno-Musik hat sich wieder selber übertroffen, weiter raus aus der Nische, Techno ist zu einer Jugendbewegung avanciert. Das Musikprojekt von Torsten Fenslau Culture Beat ausgestattet mit einem Rapper und der Sängerin Tania Evans bleibt neun Wochen lang Spitzenreiter in den Deutschen Charts. Das gab es noch nie. Culture Beat und der Song „Mr. Vain“ war ein Ausrufezeichen. Techno ist kein Untergrund mehr. Techno ist Pop. Techno ist In. Sehr In sogar. Was 1989 als undergroundiger Sound begann, ist fünf Jahre später zu einem internationalen Massenphänomen der Jugendkultur geworden.
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6. Bigod 20 - The Bog
Meisterwerk aus der Kreativ-Schmiede von Talla2XLC. Vocals von F242-Sänger Jean-Luc De Meyer.
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7. Klangwerk - Und weiter geht´s
Peter Zweier, Alexander Abraham und Torsten Fenslau schrieben mit Klangwerk (Warte bis es dunkel wird, Die Kybernauten) Techno-Geschichte: eine vorausschauende digitale Zukunftsvision zum abheben. Später wechselte das Label von Fenslau "Abfahrt" von ZYX zu SONY. Nun produzierte das Erfolgsteam nicht mehr als Klangwerk, sondern formierte als LDC (Die schwarze Zone, T-Raumreise). Peter Zweier (Klang), Alexander Abraham (Vocals "Achtung! Hier spricht Alexander Abraham von Klangwerk..."), Torsten Fenslau (Produktion) - eine absolute Kult-Formation!

Alexander Abraham (voice von Klangwerk, LDC) vermarktet mit seiner Hamburger aplus entertainment viele Musiker (Auszeichnung mit dem ECHO 2000 für die Vermarktung und Promotion der Band ECHT) und ließ noch vor einiger Zeit mit seinen Projekt "Der Verfall" (mit Alex Butcher, ex-Lightjockey vom Gray) aufhorchen. Peter Zweier (Klangwerk, Culture Beat) machte zuletzt musikalisch mit Oliver Lieb für den Film "Alone in the dark" von sich reden.

Infacted Recordings hat die Klangwerk-Klassiker wieder veröffentlicht. Hier weitere Infos zu Klangwerk sowie Lyrics u.a. zu LDC und Klangwerk.

Klangwerk - Und weiter geht´s Remix (samples aus Edgar Wallace "Die blaue Hand"):

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8. Dance 2 Trance - Power of american natives
DJ Dag´s mit Jam El Mar produziertes grandioses Erfolgswerk.
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9. Eco - Hass & Liebe
Wurde jüngst wieder von Infacted Recordings aufgelegt.
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10. Enemies of Charlotta FOC II - Der Feind
Hammerteil mit eingängigen Zitaten aus Star Wars V.

Legendäre DJ´s Rhein-Main-Techno

Der "Olymp" der besten DJ`s:
- Sven Väth (früher u.a. Omen, Dorian Gray)
- DJ Dag (früher u.a. Omen, Dorian Gray)
- DJ "Pauli" Steinbach (früher u.a. Omen)
- DJ Talla 2xlc (früher u.a. Dorian Gray)
- Andy Düx (früher u.a. Easy, Diez)
- R-Damski (früher u.a. Easy, Diez)
- Pascal F.E.O.S. (früher u.a. Omen)
- DJ Fräggel (früher u.a. Extra, Koblenz)
- Frank Lorber (früher u.a. Omen)
- DJ Taucher (früher u.a. Music Hall, FFM)
- Nicky Sprenger (früher u.a. im Knie-Plattenladen, WI u. DJ im Aox)
- Sylvie Marks (früher u.a. Auftritte im Gray)
- Ata (früher XS/Box, jetzt Betreiber des Robert Johnson OF u. Plank, FFM)
- Heiko M/S/O (früher XS / Box)
Und die leider viel zu früh verstorbenen DJ´s und Produzenten:
- Mike Staab, war u.a. DJ im Aladdins (Goldbach b. Aschaffenburg)
- Torsten Fenslau
- Mark Spoon

Top-20 list of Techno-Dj´s Germany 1989-1993

DJ legends of Oldskool-Techno. A history list celebrating the legendary DJ pioneers from the early days of techno in Germany.

1. Torsten Fenslau (+), Frankfurt/M.
2. Sven Väth, Frankfurt/M.
3. Westbam, Berlin
4. DJ Hell, München
5. DJ Dag, Frankfurt/M.
6. Marc Spoon (+), Frankfurt/M.
7. Talla 2XLC, Frankfurt/M.
8. Jens Lissat, HH/Krefeld
9. Boris Dlugosch, Hamburg
10. Paul van Dyk, Berlin
11. Uwe Hacker, Stuttgart
12. Tanith, Berlin
13. Marusha, Berlin
14. Caba Kroll, Bochum
15. Mate Galic, Köln
16. Jens Mahlstedt, HH
17. Roland Casper, Köln
18. DJ Dick , Berlin
19. Claus Bachor, Köln
20. Andy Düx, MZ

Was ist aus den DJ´s geworden? DJ´s today.

Top-25 list of Techno-Clubs Germany 1989-1993

1. Dorian Gray, Frankfurt/M.
2. Omen, Frankfurt/M.
3. Tresor, Berlin
4. E-Werk, Berlin
5. Bunker, Berlin
6. Königsburg, Krefeld
7. Tarm-Center, Bochum
8. Perkins Park, Stuttgart
9. Easy, Diez
10. Space Club/Warehouse, Köln
11. Airport, Würzburg
13. Front, Hamburg
14. Extra, Koblenz
15. Unit, Hamburg
16. M S Connection, Mannheim
17. Aladdins, Goldbach b. Aschaffenburg
18. Palazzo, Bingen
19. XS Box, Frankfurt/M.
20. Das Boot, Nürnberg
21. Unit, HH
22. Tunnel, HH (ab 1993)
23. Planet, Berlin
24. UFO, Berlin
25. Babalu, München

Top-10 of Techno, Trance, Dance 1989-1993

All time favorites:
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1. Liaison D. "Heart-Beat" 1989

Liaison D. a early Dance-Radio from Antwerp and a great Music-Project.
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2. Umo Detic "Fahrenheit" 1989
3. Age of love "Age of love" 1990
4. Technotronic "Pump up the jam" 1989
5. Westbam "Hold me back" 1989
6. Ideas 4 imitators "Der Komtur" 1990
7. Adamski "Killer" 1989
8. L.A. Style "James Brown is dead" 1991
9. Tragic Error "Tanzen" 1989
10. KLF "What´s time is love?" 1990

Top-10 of EBM, Agreppo 1989-1993

A tribute to the old school:

1. Front 242 "Tragedy for you"
2. And One "Technoman"

And One aus Berlin mit Technoman:


3. Nitzer Ebb "Lightningman"
4. Off "Be my dream"
5. Tribantura "Lack of sense"
6. Nitzer Ebb "Join in the chant"
7. Leather Strip "Japanese Bodies
8. Front 242 "Rhythm of time"
9. And One "Metalhammer"
10. Bigod 20 "The bog"

Raveculture history Germany

Warum wurde Frankfurt/M. neben Berlin zu eine der großen Techno-Metropolen? Eine sicherlich berechtigte Frage. Die Antwort ist relativ einfach zu beantworten: Frankfurt/M. war und ist, durch den Flughafen, die kosmopolitische Stadt in Deutschland. Bedingt durch den internationalen Airport, ist man im Rhein-Main Gebiet besonders reisefreudig und hat gute internationale Kontakte. Globale Trends schlagen demnach sehr oft zuerst in Frankfurt/M. auf und verbreiten sich dann ins übrige Bundesgebiet bzw. in ganz Europa. Zudem gab es im Rhein-Main-Gebiet durch die stationierten GI´s viele musikalische Talente, die die vielen Dancefloor-Projekte in Frankfurt/M bereicherten.

Die amerikanische Discowelle schwappte in den 70iger-Jahren auch nach Europa und 1978 eröffnete das Dorian Gray - die internatioal vorzeigbare Flughafendisco in Frankfurt am Main. Pate stand das legendäre Studio 54 in New York. Ende 1989 wurde das "Gray" zur Homebase des Techno-Club und zur Keimzelle von neuen Trends in der elektronischen Musik. Zu dieser Zeit, gab es bereits dem Gray-Technosound begleitend die "Frontpage", die erste Techno-Postille in Deutschland (Erstausgabe Mai 1989 von Jürgen Laarmann an den Start angebracht). Insbesondere Talla 2XLC experimentierte schon lange mit EBM und Techno-Beats - der Techno Club war geboren (der Techno Club wurde bereits 1984 von Talla gelabelt).

Mitte der achtziger Jahre startete der erste private Radiosender in Ludwigshafen - RPR. Nachdem mit Hit Radio FFH ein neuer Sender in Hessen startete, antwortete der Hessische Rundfunk mit einer bis dahin einmaligen und innovativen Radiosendung: am 05.05.1990 war die HR3 Clubnight geboren (am 06.06.1990 zog dann noch RPR mit RPR Maximal nach). Nun war der Nährboden für Techno-Musik in Rhein-Main geschaffen. Es gab noch keine Mikrotrends und kein Internet-Radio. Wer Techno-Musik hören wollte schaltete Samstags die HR3 Clubnight an und mixte sich sein eigenes Tape. Die auflegenden DJ´s wurden schnell popuär (u.a. Sven Väth und der leider viel zu früh gestorbende Torsten Fenslau). Neben der Frontpage etablierte sich mit der Groove ein zweites Dancefloor-Magazin.

Die Techno-Musik spielte nun nicht nur das Dorian Gray, sondern alle Top-Clubs in der Umgebung (Omen, Music-Hall, Airport, Easy, MS Connexion, Stammheim, Extra-Dry etc.). Gleichzeitig gab es immer mehr erfolgreiche DJ´s aus dem Rhein-Main-Gebiet (Dag, Andy Düx, Pascal Feos, R-Damski,Taucher, Marc Spoon, Heinz Felber Uli Brenner etc.), kreative Labels (ZYX, Logic, AMV/Discomania, Boy Records, Muzic Research, Force inc., Abfahrt, Overdrive, Harthouse etc.), entsprechende Plattenläden (Boy Records Wiesbaden, Frankfurt) und erfolgreiche Act´s (Snap, Culture Beat, Off etc. der "Sound of Frankfurt"). Der "Sound of Frankfurt" entstand schließlich, indem die DJ´s der HR3 Clubnight den Sound aussuchten und die Clubs in der Region diesen Sound adaptierten. Wer nicht in der Clubnight gespielt wurde den gab es nicht. Wer in der Clubnight auftauchte, konnte sich sicher sein, dass dieses Vinyl in Rhein-Main nachgefragt wurde. Eine "Vor-Auswahl" des Vinyls wie im Hard Wax, Berlin gab es nicht, bzw. der Filter war hier nicht der Plattenladen, sondern die HR Clubnight.

Sicherlich es gab auch in Deutschland andere Techno-Zentren mit den DJ-Produzenten Caba Kroll (Bass Bumpers)der im 1986 eröffneten, bahnbrechenden Laserpalast Tarm Center in Bochum/Rombacher Hütte auflegte, Jens Lissat (zusammen mit dem Erfolgsproduzenten Ramon Zenker auch Mitglied bei Interactive) mit der Königsburg (gegr. 17.12.87 siehe "History" auf der Königsburg-Webseite) in Krefeld, die Szene in Düsseldorf mit dem Ratinger Hof und dem temporären "Macht der Nacht Zelt" von DJ Westbam, Uwe Hacker (Select Midi) mit dem Perkins Park in Stuttgart (dem Schwesterclub vom Gray), Boris Dlugosch mit dem Front im houseorientierten Hamburg, Mate Galic mit dem Warehouse/Space Club in Köln, DJ Lupo mit dem P1 in München, DJ Hell, und einzelne Partys im Parkcafe, Nachtwerk und Babalu (erst 1994 bekam M einen festen Techno Club mit dem Ultraschall) und Berlin mit der Loveparade, Top-DJ´s wie Westbam (und dem Cult-Label Low Spirit), dem rührigen, 1989 eröffneten, Hardwax-Laden und unzähligen Clubs wie dem Tresor, Walfisch und E-Werk. Aber keine Stadt wie Frankfurt/M. hatte zu dieser Zeit einen solchen kreativen Output und war so gut vernetzt wie die Macher im Rhein-Main Gebiet. Michael Münzing war z.B. nicht nur Produzent von SNAP, Mitinhaber vom Logic Label (u.a. Off), sondern auch Mitbesitzer des Technotempel Omen. Die Verwertungskette von Produktion, Vertrieb und Vermarktung war perfekt! Frankfurt/M. war somit 1989 bis 1993 eine der wichtigsten Geburtsstätten des Techno!

Noch eine kleine Betrachtung zum Wettstreit der "Techno-Hauptstadt Berlin vs. FFM":
Anfang der neunziger Jahre tobte ein Wettbewerb zwischen Berlin und Frankfurt/M. um den Titel der "Techno-Hauptstadt" in Deutschland. Wer sich die Szene vor Ort anschaute, dem wurde schnell klar dass hier Äpfel mit Birnen verglichen wurden. Während in Berlin, bevorzugt durch unendlich viele coole Kellerlocations alles eine Spur "undergroundiger" und der Musikstil hart, schnell und laut war, wurde in Frankfurt mehr Wert gelegt auf dancefloor und partyorientierten, tanzbaren Techno und Agreppo. In Frankfurt beschränkte sich die Auswahl auf wenige Top-Clubs (Gray, Omen, XS...). Trotzdem konnte man Berlin und Frankfurt zu gleichen Maßen als "Techno-Mekkka" bezeichnen. Aus ganz Deutschland und teilweise dem angrenzenden Europa pilgerten die Technojünger an die Wirkungsstätten von Westbam, Väth & Co. - doch die Freiräume waren in Berlin ungleich größer.

Nach dem Techno-Boom war die kurze aber intensive Blüte musikalische Hauptstadt von Deutschland zu sein in Frankfurt/M. vorbei. Berlin blieb auch nach dem Techno-Boom die kreative Hauptstadt von Deutschland und viele Protagonisten der Franfurter Dancefloorszene verlegten nach und nach ihren Wohnsitz und Arbeitsschwerpunkt an die Spree. Infos zur Berliner Clubhistory
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Fun:-)
Stop Hip-Hop
Ravegenerator

Best of Techno/Dance 1989-1993

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1993
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Intrance feat. D-Sign - Te Quierro
Roughage - EP3
Sven Väth - An accident in paradise
Culture Beat - Mr. Vain

2 Unlimited - No limit!
USURA - Open your mind
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1992
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Voyages sur vinyl - Voyage a travers...
Dance2Trance - Power of the american natives
LDC - T-Raumreise
Westbam - The mayday anthem

Felix - Don´t you want me
Ramirez - La musica tremenda
Apotheosis - O Fortuna
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1991
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Trilithon - Children of the future
R.J.´s Rule - Rave this nation
L.A. Style - James Brown is dead
Quadrophonia - Quadrophonia
Human Resource - Dominator
Phantasia - Inner light
Ravebusters - Mitrax
T99 - Anastasia
Time Zone - World of god
Chimo Bayo - Asi me gusta ami
Chrystal Waters - Gypsy Woman (la da dee)
Moby - Go

Interactive - Who is elvis?
DJ Dick - Weekend
THX - Holy City Zoo
Trust In 6 - Life in ecstasy
Bigod 20 - The Bog
Time Modem - Mantel der Nacht
LDC - Die schwarze Zone
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1990
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Deee-Lite - Grooves in the heart
Dr. Alban feat. Leila K. - Hello Afrika
FPI Project - Going back to my R. (Rich in paradise)
Age of love - Age of love
Atahualpa - Ultimo Imperio
Liaison D. - He chilled out
Plaza - Yo-Yo
D-Shake - Yaah/Technotrance
KLF - What´s time is love?
Adamski - Killer
Guru Josh - Infinity
The Shamen - (Move any Mountain) progen
The Shamen - Make it mine (remix)
GTO - Pure
Tricky Disco - Tricky Disco
LFO - LFO
DNA - la Serenissima

Interactive - The techno wave
Interactive - No Control
Select Midi - Schwankende Gestalten
Westbam - The roof is on fire
SNAP! - The Power
Culture Beat - I like you
Techno-Club The ultimate techno mix part II
Recall IV - Contrast Part II Remix
Recall IV - Contrast
Enemies of Charlotta FOC II - Der Feind
Konzept - Human Transmission
Konzept - Hypnautic Beats
3times6 - You can run
Blind Vision - Don´t look at me
Umo Detic - Carpe Diem
Eco - Hass und Liebe
Scope - Die Zukunft
New Scene - Out of Control II (War in Vietnam)
Time Modem - The time of the gathering
Time Modem - Welcome to the 90´s
Tyrell Corp. - Running
Ideas 4 imitators - Der Komtur
Klangwerk - Die Kybernauten Part II
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1989
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Lil Louis - French Kiss
The Beatmasters /Betty Boo - Ska train
D-Mob - Put your hands together
Double Trouble Rebel MC - Street tuff
Lisa Stansfield - This is the right time
Lisa Stansfield - All around the world
Soul II Soul - Back to life
Holly Johnson - Americanos
Fine young cannibals - She drives me crazy
The Cure - Lulaby
Liaison D. - Heart-Beat
Tragic Error - Klatsche in die Hände
Tragic Error - Tanzen
Technotronic - Pump up the jam
Atmosphere - Atmosphere
The Mixmaster - Grand Piano
Black Box - Ride on time
49ers - Touch me
Rob´n´Raz /Leila K. - Got to get
Neneh Cherry - Manchild
Adeva - I thank you
Doug Lazy - Let the rhythm pump
Mr. Lee - Get Busy
Inner City - Big fun
Rufus & Chaka Khan - Ain´t nobody re.1989

Off - La Casa Latina ´90 remix
Mysterious Art - Omen–the story
O.K. - Okay!
Deskee - Let there be house
Westbam - Hold me back
Sydney Youngbloud - If only I could
New Scene - Out of Control
Umo Detic - Fahrenheit
Techno-Club - The ultimate techno mix part I
Tribantura - Lack of Sense
Indicate - The latest idea
Klangwerk - Die Kybernauten
Klangwerk - Warte bis es dunkel wird
Culture Beat - Der Erdbeermund
Abfahrt - Alone it´s me
Force Legato - System
Out of the ordinary - Play it again rem. (los ninos paque)
Out of the ordinary - The dream

Essay zur Techno Geschichte

Jobkrise, aber auch Freiräume für eine neue Musik
In den achtziger Jahren musste die amerikanische Metropole Detroit einen weitreichenden Niedergang der Autoindustrie verkraften. Auch in Großbritannien gab es, in Städten wie Sheffield (aus dieser Stadt stammten schon die elektronischen Vorboten Heaven 17, Human League und Cabaret Voltaire) und Manchester, ein durch die Krise in der Montanindustrie ausgelöstes Fabrikensterben. In der Folge der wirtschaftlichen Umbrüche wurden viele Arbeiter beschäftigungslos und es herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen. Für einige Heranwachsenden wurde die Jobkrise zum Auslöser für kreative Aktivitäten und gestalterisches Schaffen. Die alten, nicht mehr benötigten Fabrikgelände dienten dabei oftmals als günstiges Quartier für ideenreiche Unternehmungen, oder wurden als Unterschlupf für Partys genutzt.

Zum Output der Kreativität wurde des Sheffielder Warp-Label mit Gruppen wie Nightmares On Wax und LFO - Bleep House war geboren - im Juli 1990 sogar mit einem Charterfolg für LFO (Cover Flyer von der The Designers Republic). Die Acid-House-Bewegung wurd immer größer und populärer und immer mehr Menschen wurden in Großbritannien von Raves in den alten, sonst leer stehenden Fabrikhallen angezogen (siehe Fantazia Rave Archiv). Doch die etablierten Medien wie die BBC verweigerten sich der neuen Musikrichtung. Zu viele Drogen seien im Spiel hieß es und die Partyveranstaltungen, die die neue Musik spielten, seien nicht immer von den Behörden genehmigt. Illegale Radiostationen entstanden und sorgten für die Durchsetzung des neuen Sounds bei der Jugend. Auch auf Ibiza war der neue Sound längst angekommen und wurde durch einen massentauglichen House-Sound ersetzt. Junge englische Urlauber nahmen die neue Musik auf und es dauerte nicht lange, bis Manchester zur kreativen House-Hochburg wurde. 1989 war dann endgültig das Geburtsjahr der Techno-Musik: Paul Oakenfold und viele andere Kreative formten aus Italo- und Chicago-House, Detroit-Techno, Rave, New-Beat, Acid, Ibiza-Dance und vielen anderen Musikstilen eine elektronische Musik namens Techno. Auch in den Niederlanden (siehe z.B. Fierce Ruling Diva ) und in vielen anderen europäischen Ländern boomte der neue Sound.

Deutschland feiert seinen eigenen Stil
Natürlich gab es auch in Deutschland in den achtziger Jahren einen jobvernichtenden Strukturwandel. Doch die leer stehenden Fabrikhallen wurden nur selten als Partylocation genutzt. Stattdessen setzte sich ein anderer Trend durch: Großraumdiskotheken. Diese entstanden überwiegend auf der grünen Wiese, in leerstehende Gewerbehallen oder Discotheken-Neubauten. Ein Trend der über den Teich kam. Wie in den USA schaufelte man auch hier Städter und Umlandbewohner auf die, mit ausreichend Parkplätzen gesegnete, „grüne Wiese“. „Erlebnisgastronomie“ war das neue konzeptionelle Zauberwort für die Großraumdiskotheken. Nicht mehr die Musik und das tanzen von Disco-Fox, sondern die vielfältige Unterhaltung, das „Event“, sollten die Massen anziehen. Mit immer aufwendigeren Laser-Shows, immer mehr Tanzflächen und anderen Vergnügungsstationen wie Swimming-Pool und Kino, wuchsen die neuen Vergnügungstempel, wie z.B. das Extra in Koblenz und das Easy in Diez, auf immer mehr Quadratmeter. Auch in diesen neuartigen Disco-Tempeln wurde ab und an Acid gespielt – doch als massentauglicher Sound konnte sich dieser exzentrische Musikstil nicht durchsetzen. Im Untergrund reifte derweilen eine neue elektronische Musikrichtung, die geprägt durch Acid, Rave, House, Dance und EBM-Einflüsse langsam um die Welt schwappte: Techno.

Techno entstand als eine neue elektronische Musikrichtung, die überwiegend durch musikalische Einflüsse aus Detroit („Detroit-Techno“) und Chicago („Chicago-House“) und dem EBM-geprägten Belgien („New Beat“) zu etwas eigenständigen heranreifte. Insbesondere bei experimentierfreudigen Protagonisten in Berlin und Frankfurt/M. stieß der neue Sound auf offene Ohren. In Berlin fiel 1989 die Mauer und in allgemeiner Feierlaune, Neugier auf Ost und West und massenhaft leerstehenden Locations und beruflichen Freiräumen kam die kreative Feiermusik wie gerufen. Insbesondere der 1989 eröffnete Vinyl orientierte Hardwax-Plattenladen war Einkaufsstätte der DJ´s und beförderte Trends, wie Detroit-Techno, in Berlin. Ein weiterer Multiplikator war die Radiosendung DT 64 mit Marusha, die einen eigenständigen Techno-Musikstyle im Osten Deutschlands etablierte. Das Motto vieler Berliner DJ´s indessen hieß "härter immer härter", d.h. ein harter bassorientierter Techno wurde zum Synonym für die Berliner Techno-Partys.

Techno-Metropole Frankfurt am Main
Auf der anderen Seite Frankfurt am Main. Als Gerd Schüler und Michael Preisinger am 8. November 1978 das Dorian Gray im Frankfurter Flughafen eröffneten, deutete noch nicht alzuviel darauf hin, dass dieser Club "Die Mutter aller Großraumdiskotheken" und die Keimzelle für eine neue weltumspannende Musikbewegung werden würde. Mit der Eröffnung folgte das Gray seinem 1977 in New York eröffneten Vorbild „Studio 54“ einem wahren Tempel für eine hedonistische und extatische Disco-Bewegung. Bis dahin waren "Großraumdiskotheken" in Europa in dieser Form nicht bekannt. Auch wenn es die erste Discothek bereits 1959 in Deutschland gab - vieles spielte sich in kleinen Clubs und "Tanzsälen" ab. Es gab noch keine Gewerbegebiete mit "Fachmärkten" o.ä., die als Unterschlupf für eine Großraumdiskothek dienen konnten. Für die Macher war es also ein Glücksfall, dass die riesigen Mietflächen des Frankfurter Flughafens auch Platz für diese gigantische Form einer Disco boten. Zudem sprachen noch weitere Vorteile für diesen Standort: Ein quasi kosmopolitischer, per Flieger erreichbarer Partyort und das Fehlen einer Sperrstunde - die es zu dieser Zeit noch in der Frankfurter City gab.

Eine Großraumdiskothek wie das Dorian Gray bot die Möglichkeit eines völlig neuen Diskotheken-Konzeptes: Ein großer Saal für Mainstream-Musik und weitere Tanzflächen für musikalische Nischen. So konnte der Musik-Geschmack auf kleinere Einheiten herunter gebrochen werden. Gerade in diesen Nischen bot sich für die DJ´s die Möglichkeit neues auszuprobieren, zu experimentieren und die Musik in neue Kategorien einzuteilen. Begünstigt durch diese Entwicklung bildete sich Mitte bis Ende der achtziger Jahre ein breites Spektrum für Clubmusik die Einflüsse der belgischen New Beat Bewegung (Patrick de Meyer, Fonny de Wulf, Frank de Wulf), Chicago-House, Detroit-Techno, Acid uvm. schnell aufsaugte.

Technische Innovationen für elektronische Musik
Gleichzeitig verbesserten sich, Mitte der achtziger bis Ende der achtiger Jahre, die technischen Möglichkeiten für die Produktion elektronischer Musik. Immer neue innovative Bands, insbesondere aus dem EBM-Bereich, traten aus dem Untergrund auf und wurden einem breiten Publikum bekannt. Das Dorian Gray erschuf durch seinen Protagonisten Talla 2 xlc mit "Techno" bereits 1984 den neuen Musik-Begriff und etablierte erstmals einen Club im Club - den "Technoclub" im Dorian Gray. Das "Gray" wurde nun schnell zum Mekka eines noch relativ kleinen Publikums das sich für elektronische Musik begeisterte. Gleichzeitig wurde die Nachfrage nach tanzbarer elektronischer Musik immer größer - doch der Musikmarkt dafür noch relativ klein. Die Protagonisten der elektronischen Musik - zumeist DJ´s und Musikproduzenten - schufen daher ihre eigenen Musiklabels für diese Musik. Zudem konnte im Rhein-Main-Gebiet ein eigener europaweit erfolgreicher Sound kreiert werden der "Sound of Frankfurt", der sich in Clubs wie die Frankfurter Music Hall schnell verbreitete.

Die Erfinder von SNAP Luca Anzilotti und Michael Münzing uva. profitierten dabei von den im Rhein-Main-Gebiet stationierten GI´s, die mit ihren musikalischen Können zu Bandmitgliedern in den Dance-Formationen wurden. Michael Münzing gehörte jedoch nicht nur zu den Machern von SNAP, sondern war auch Mitbesitzer des Omens. Mit DJ Sven Väth etablierte er mit dem Omen einen techno-orientierten Club, der Weltberühmtheit erlangte.

Verbreitung eines einheitlicher Sounds in Frankfurt
Wie konnte sich in einem Gebiet zwischen Koblenz und Mannheim ein einheitlicher Sound herausbilden - in einer Zeit in der es noch keine Online-Medien, Foren und Communitys o.ä. gab? Mitte Mai 1990 erschuf HR 3 die Radio-DJ-Sendung "HR 3 Clubnight". Damit gaben die Macher eine Antwort auf die neu aufkommenden, jungen Radiosender, die im Zuge der Liberalisierung des Radiomarktes besonders auch im Südwesten der Republik sehr erfolgreich waren. Mit der HR 3 Clubnight wurde ein einmaliges bundesweit innovatives Konzept etabliert, bei dem die erfolgreichsten DJ´s in Hessen, live in der Radiosendung ihre Sets vortrugen. Auch der Privatsender RPR folgte mit einem starken Konzept und startet im Juni 1990 mit der Club-Radiosendung "Maximal". Durch diese Verbreitungskette entstand eine eigene Frankfurter Kategorie, ein eigener "Frankfurter Stil" der Technomusik.

Top-DJ´s wie Torsten Fenslau, DJ Dag und Marc Spoon legten in den Radiosendungen ihre neuesten Lieblings-Vinylscheiben auf und bildeten mit ihrem Set ein "Pflichtprogramm" für DJ´s und Clubbesucher, die Montags nach der Radio-Sendung umgehend die neugespielten Maxi-Viyls in den Plattenläden (z.B. WOM auf der Zeil, Boy Records in Wiesbadener Citypassage und Boy Records in der Frankfurter Klingerstraße sowie im 1991 eröffneten Delirium Record Store in der Töngesgasse.) orderten. Unterstützt wurde diese Community durch die im Rhein-Main-Gebiet entstandenen Technopostillen "Frontpage" und "Groove". Eine große Plattform des Austauschs, gerade unter den DJ´s, waren die Boy Schallplattenläden in Frankfurt/M. und Wiesbaden. Und auch die die Platten-Verlage nahmen den neuen Trend positiv auf: Dass im hessischen beheimatete ZYX-Label wurde zu einem der erfolgreichsten Techno-Verbreiter. Durch die breite der Techno-Kultur im Rhein-Main-Gebiet konnte eine Einheit aus Sound und Community entstehen, die in den Jahren 1989-1993 den Techno in Frankfurt am Main prägte. So entstand ein gemeinsames Lebensgefühl einer ravenden Community fernab von VIP- und Modediktaten.

Erst Ende 1993 überschatteten immer mehr negative Berichte über Drogenexzesse die Techno-Szene. Techno war zur Massenbewegung geworden: Kommerz und Drogen beendeten abrupt die euphorische Gründerphase der Techno-Bewegung. Viele Techno-Protagonisten schwenkten nach und nach auf kommerzielle Produktionen der Euro-Dance-Bewegung um und viele Clubs mussten schließen. Doch Techno dominiert die Popkultur bis heute (Artikel dazu auch im Tagesspiegel vom 28.07.10).

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20100724

Technoclub Dorian Gray, Frankfurt/M.

Bestand: 1978 - 31.12.2000
Ehem. Lage: FFM Airport Terminal 1, Halle C, Ebene 0
Kapazität (ca.): Gr. Club 2.500 Gesamt Gray 6.000
DJ´s (Liste unvollständig):
- Michael Münzing u.a. bis 1982
- Uli Brenner 1982-1987 (er produzierte später erfolgreich La Bouche und legte im Paramount Park und bei der HR3 Clubnight auf)
- Sven Väth 83/84 kl. Club u. 1987-1988 Gray (dazwischen drei Jahre DJ im Vogue)
- DJ Dag 1988-1993
- Torsten Fenslau 1988-1993
- Talla 2xlc u.a. 1984-1992 und ab 1995 bis zur Schließung 2000
- Mark Spoon zeitweise
- Alex Azary (war 1987 einer der Pioniere des Technclubs und machte später z.B. mit Pascal F.E.O.S das Musikprojekt Aural Float)
- sowie der Bad Homburger Armin "Jeff" Johnert (ex Discomania).

Das "Gray" - die Mutter aller Diskotheken: ausgestattet mit 75 Metern Neonröhren unter der Decke, gab 1978 das "Gray" im Terminal 1 auf Ebene Null im Rhein-Main Flughafen in Frankfurt am Main sein Debüt. Durch die Lage im Flughafen fiel der Club nicht unter der Sperstundenverordnung der Stadt Frankfurt. Die Disco orientierte sich an große Vorbilder wie dem schmuddelig-mondänen Studio 54 in New York und war ein Ergebnis der Discowelle, die Ende der Siebziger von den USA nach Europa herüberschwappte. 22 Jahre später am 31.12.00 war dann das Ende des "Gray". Unbezahlbare Brandauflagen führten zur Schließung der Geburtsstätte des Techno.
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Technoclub

Das Dorian Gray war 1986 und 1989 bis 2000 die Homebase des Technoclubs. Hier wurden Innovationen wie z.B. eine After Hour erfunden (Sonntags 15h-21h). Zudem wurde
das von Jürgen Laarmann (JL) gegründete Technoszene Magazin Frontpage vom Mai 1989 (Erstauflage 5.000 Expl.) bis April 1992 vom im Gray beheimateten Technoclub herausgegeben. Talla 2XLC gehörte zu den Journalisten. Johnert war zeitweise Chefredakteur.

Hier zum schwelgen das Freitags-Programm des Technoclub (21h - Open End) im Dorian Gray vom März 1990:

- Videoraum ab 21h Nonstop Electrowave + Strange Movies
- Grosser Club Ab 22h Techno Total DJ Torsten Fenslau
- Ab ca. 1h Aggrepo beats everything DJ Talla 2xlc
- Club Bizarre Ab 22.30h Wave + Techno Classics DJ Armin
- Kleiner Club Dance & Charts DJ Nouri

Wenig später, im Herbst 1990 zur Reanimationsparty nach der Sommerpause ging dann die Technopartywelle durchs ganze Land. Ach ja...schön war es.

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Was wurde im Techno-Club früher gespielt? Hier einige Klassiker:
THX - Holy City Zoo
Bigod 20 - The Bog
Konzept - Human Transmission
Konzept - Hypnautic Beats
3times6 - You can run
Blind Vision - Don´t look at me
Umo Detic - Fahrenheit
Umo Detic - Carpe Diem
Eco - Hass und Liebe
Scope - Die Zukunft

DJ Torsten Fenslau

Torsten Fenslau (geb. 1964) war der Visionär des "Sound of Frankfurt" und der wohl kreativste und produktivste DJ, Produzent und Manager der Technomusik in Deutschland. Der von Torsten Fenslau produzierte Song "Mr. Vain" von Culture Beat ist der vierterfolgreichste Dancefloortitel in Deutschland aller Zeiten. Keiner schaffte als DJ solch virtuose Sets - immer die richtige Mischung aus tanzbaren, treibenden Beats und elektonischen Hammerschlägen und hatte gleichzeitig so einen kommerziellen Erfolg.

Nach dem Architekturstudium in Darmstadt ging es 1981 los mit Torsten Fenslau´s DJ-Karriere. Im der Disco Lopo´s Werkstatt in Darmstadt lernte er Jens Zimmermann (siehe 4/08 ein Bericht in der Groove - Zimmermann macht heute Minimal-Elektromusik und tourt ab und zu mit dem Projekt durch die Lande) kennen mit dem er später einige Werke produzierte. 1988 war er dann DJ im Dorian Gray, Frankfurt/M., DJ in der HR3 Clubnight (bis zu 500.000 Zuhörer, er war Dj der allerersten Clubnight am 5.5.90), desweiteren begnadeter Songwriter, Produzent und Re-Mixer im eigenen Tonstudio "paraDox" in Darmstadt. Dann sein eigenes Label Abfahrt, ab 1990 eine eigene Edition "Get Into Magic" mit Jens Zimmermann und Nosie Katzmann (erfolgreicher Musikproduzent Darmstadt/Potsdam, der jüngst seine "Greatest Hits" herausbrachte). Seine erste Produktion 1988 wurde direkt ein Erfolg - Out of the Ordinary "The dream". Später folgten u.a "Ideas 4 Imitators", "Klangwerk", "Culture Beat" und "LDC".

Auch sein Darmstädter Freund Nosie Katzmann (später erfolgreich mit „Right In The Night“ (Jam & Spoon) und „More And More“ (Captain Hollywood Project) schuf diesen Sound mit, der zu einem überwältigenden Erfolg wurde. 1993 war die Techno-Musik bereit für einen Chart-Erfolg und das in ganz Europa: Der Song "Mr. Vain" (1993) gefiel alten und neuen Techno-Fans gleichermaßen. Der Song schlug Brücken und konnte die neue und alte Techno-Szene beim feiern vereinen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere verunglückte Torsten Fenslau am 06.11.1993 tödlich bei einem Autounfall. Torsten Fenslau hat eine Lücke hinterlassen die nie wieder gefüllt werden konnte. Er war und ist unersetzlich.
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Sehr empfehlenswert ist die CD-Compilation "Torsten Fenslau The Dream –Best of T. F.". Auf you tube gibt es eine Video-Reportage über Torsten Fenslau T.F. im Gray

Anspieltipps von Abfahrt / Torsten Fenslau Produktionen:
LDC - T-Raumreise
LDC - Die schwarze Zone
Tyrell Corp. - Running
Ideas 4 imitators - Der Komtur
Force Legato - System
Klangwerk - Die Kybernauten Part II
Klangwerk - Die Kybernauten
Klangwerk - Warte bis es dunkel wird
Culture Beat - Der Erdbeermund
Culture Beat - I like you
Abfahrt - Alone it´s me
Out of the ordinary - The dream

Out of the ordinary - Play it again remix (mit Samples aus Casablanca):

DJ Talla 2XLC

Der Antreiber, Produzent und Erfinder des Techno.
- 1982 bei seiner Arbeit in einem Frankfurter Plattenladen im Hauptbahnhof sortiert er in einem Fach elektronische Musik-Scheiben ein und benennt diese erstmals in eine eigene Kategorie „Techno“.
- 1984 macht er seine erste eigene Produktion - Axodry. Kurz danach Generator 7/8.
- Dezember 1984 Gründung des Techno-Club im No Name (Steinweg) in der Frankfurter Innenstadt (heute befindet sich dort der Keller des Herrenausstatters Mey & Endlich)
- 1987 ruft er mit ZYX das Techno-Label "Technodrome International" ins Leben
- Er ist er einer der Macher des Techno-Clubs im Dorian Gray, Frankfurt/M. mit innovativer Strahlkraft auf die gesamte Technobewegung bei der u.a. der erste Techno-Flyer und die erste After Hour entspringt. Die Blütezeit des Techno-Club im Gray beginnt 1989 und endet mit der Schließung des Grays 2000.
- 1989 geht er mit eigener Firma am Start: MUZIC RESEARCH mit den Labels "New Zone" und "Zoth Ommog". 1990 kam dann das Label "Suck me plasma" hinzu. Mit dem musikalisch begabten Optikerfachmann Jallokin (der auch bei Fahrenheit "Umo Detic" am Start war) produziert er "BIGOD 20" und schafft mit "The Bog" einen zeitlosen Technoklassiker. Später legte Talla 2 XLC auch bei RPR Maximal und in der legendären HR3 Clubnight auf.

Talla 2XLC ist bis heute einer der Protagonisten des Frankfurt Techno: ebend der "Techno-Pabst"! Andreas Tomalla alias Talla 2XLC ist nach wie vor mit Technoclub-Partys mit ordentlicher Mucke am Start. Viele Infos dazu gibt es auf dieser Website: Technoclub

DJ Dag

DJ Dag, 1960 geboren, in Mörfelden bei Frankfurt aufgewachsen. Meister der Techno-Trance-Musik,

- 1985 das erstes Engagement in der Frankfurter "Music Hall". Nach zwei Jahren weitere Gastspiele im Mirage (Saarbrücken) und Vogue (Frankfurt). Dann bekam Dag Lerner im Frühjahr 1988 den Sonntagmorgen im "Gray".
- 1989 seine erste Maxi "Hanta yo - The Joker" - eine echte Kultscheibe.
- Anfang 1993 wechselte er ins Omen. Danach folgten weitere Clubs. Dag bis heute auch als Dj tätig. Dag, legte ab 1992 zudem in der HR3 Clubnight auf und produzierte u.a. mit "Jam El-Mar (bürgerl. Rolf Ellmer, siehe auch Jam & Spoon") Erfolgshits wie "Dance 2 Trance".

DJ Dag: als DJ, Artist und Producer einfach genial! Termine von DJ Dag und Infos zu sein Projekt "the flowmasterz" siehe Webseite von Dj Dag

DJ Mark Spoon

Jam El mar & Mark Spoon sorgten mit der wabernden Soundmagie "Stella" 1992 für eine amtliche Tanzhypnose sondergleichen. Mark Spoon alias Markus Löffel (ja die Geschichte mit dem Koch), machte einst aus Moses P. eine Rapinstitution, machte 1991 das Offenbacher Label Logic Records flott, war mit Alex Azary Mitbetreiber des Clubs XS in Frankfurt/M., legte im Dorian Gray und ab 1994 für die HR3 Clubnight auf und war Mitinitiator des Love Trains der Frankfurt Posse auf der Love Parade. Sein Ausspruch „Warum seid ihr so scheiße leise?“, bei der Loveparade 1995 bleibt legendär.

Außerdem komponierte er Musik für den genialen Kinofilm "Die Musterknaben". Mark Spoon - ein genialer DJ und echter Typ - starb leider viel zu früh mit 39 Jahren am 09.01.2006. 2010 gab es eine Wiederveröffentlichung des Erfolgsalbums von 1993 tripomatic-fairytales-2001.

Hier eine in Memory-Website zu Mark Spoon und ein sehr bewegender Artikel aus der Zeit.

Extra, Koblenz

Ehem. Lage: Koblenz, Rheinland-Pfalz, Gewerbegebiet an der B9
Kapazität: Extra-Dry ca. 8.000.
Extra nach Umbau mit Planquadrat ca. 13.000 Raver
DJ´s: u.a. Manuel Lopez (Chico), Jürgen Mutschall, Jörg Kempnich (Fräggel)

Koblenz am Rhein, wurde Anfang der neunziger Jahre auch gerne als "Rimini von Deutschland" betitelt. Zwar gab es zu dieser Zeit für die Einwohnerzahl proportional viele Kneipen, Bars und Discos (Logo, Suppkultur, Movie, Dreams uvm.), aber den Titel "Rimini von Deutschland" errang Koblenz in dieser Zeit aus einem ganz anderen Grund: Draussen, auf der grünen Wiese des Gewerbegebiets, stand ein Gigant des Nachtlebens: das Extra, (früher Extra Dry mit der 1986 eröffneten Tanzfläche Dry) - die zu diesem Zeitpunkt wohl, nach dem BCM auf Malle, zweitgrößte Diskothek Europas. Der nächtliche Durchlauf in diesem gigantischen Schuhkarton des Nachtlebens war unglaublich: am Siedepunkt des Technoraves 1993 schwappten Samstag für Samstag bis zu 13.000 Tanzwütige aus dem gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz ins Extra in Koblenz.

Donnerstags bis Sonntags brummte der Laden. Die knapp 100 Angestellten verteilten sich auf 5 Tanzflächen (Stradivari, Swing, Planquadrat mit Cabriodach,Confetti, Dry). Hinzu kamen noch ein Großraumkino, Restaurants, ein Aussenbereich und eine eigene Currywurstbude. Vor dem Parkplatz mit Supermarktgröße bildeten sich Abend für Abend, schier unendlichen Autoschlangen, die für Mitternachtstaus auf der B9 sorgten. Die DJ´s Manuel Lopez (Chico), Jürgen Mutschall (der späte fleissig als "Dumonde" Musik produzierte) und "Mr. Techno'" Jörg Kempnich (Fräggel) sorgten für die Beschallung. Da Koblenz am letzten Zipfel des Einzugsgebietes der HR3 Clubnight lag, wurde selbstverständlich auf dem Techno-Floor auch die gesamte Bandbreite des Rhein-Main-Technos gespielt.

Die besten Abende erlebte das Extra an Sonntagen, bei denen sogar Besucher aus den 100km entfernten Köln und Wiesbaden regelmäßig ins Extra einfielen und nach Sendeschluss um 3h morgens auf dem Parkplatz in den Montag hineinfeierten...

Im Mai 1995 kam dann erstmal das jähe Ende des Extras - Schließung wg. Drogenproblemen - danach machte es wieder auf und wieder zu, wechselte den Namen und entschlief... immerhin gibt es jedes Jahr in Koblenz noch eine "Electrocity-Festival" - eine Remiszenz an vergangene Techno-Roots am Mittelrhein. Bei "wer-kennt-wen.de" (hier viele Infos und Berichte) und bei Facebook gibt es Gruppen zur Extra-Community. Deweiteren gibt folgenden Twitterkanal: extra_koblenz

20100719

Easy, Diez

Ehem. Lage: Diez, Rheinland-Pfalz
Kapazität: 5.000 Raver (Tanzfläche/Barbereich/Bistro)
DJ´s: u.a. Andy Düx, R-Damski

Eine perfekte Ergänzung im Rhein-Main-Gebiet zum "Omen" und "Gray". Das "Easy", Diez war die perfekte Symbiose aus grandioser Clubarchitektur und einzigartigen Sound. Die Musik erzeugte einen Spannungsbogen von Rave zu Body Music - von Eco bis Ramirez - für Techno-Liebhaber jeden Geschmacks wurde der Dancefloor beschallt. Top-DJ´s wie Andy Düx (Besitzer des Recordstore/Label Overdrive in MZ) und R-Damski (TV-Branche, blogrebellen.de Berlin) taten ihr übriges, um das Easy zu einem der angesagtesten Techno-Läden werden zu lassen. Schade das es diesen Club nicht mehr gibt. Trotzdem ist bis heute ist die Begeisterung der "Easyaner" ungebrochen: Bei der Revival Party am 03. November 2007 trafen sich über 1000 Altraver zum Oldschooltechno abtanzen. 2008 gab es den 2. Teil. Eine weitere Party folgte am 7. März 2009!

Infos zu den Revival-Party´s im Glam-Club in Westerburg/Westerwald auf deren Website: Easy Revival

Music Hall, Frankfurt/M.

Bestand: 21.03.85 - 25.06.94
Ehem. Lage: Voltastr. 74-80, Frankfurt/M.
Kapazität: ca. 4.500 Raver
DJ´s: u.a. DJ DAG, Ralf Holl bis 1990 (jetzt liberté Records and Soccer Records / FOOTBALL music), DJ Taucher & Koma

Einer der guten technoorientierten Clubs in Frankfurt/M., der leider der Abrissbirne zum Opfer fiel.

Omen, Frankfurt/M.

Bestand: 1988 - 19.10.98
Ehem. Lage: Frankfurt/M., Junghofstrasse
Kapazität: 3000 (oder waren es gestapelte 5000 Raver;-)
DJ´s: u.a. Sven Väth, Michael Münzing, Pauli, Frank Lorber, DJ Dag und Pascal F.E.O.S.

Ende 1988 wird aus dem Vogue das Omen. Besitzer Sven Väth, Michael Münzing (Produzent von SNAP) und Matthias Martinsohn (jetzt GF vom Cocoon-Club). Dann ging es ab wie Scholle - der Omen Club (das Gebäude war ursprünglich mal ein Parkhaus) mit DJ-Größen wie "Pauli" Steinbach (war auch mal im Plastik, veranstaltete 1990 mit Väth die ersten Techno-Partys im Omen, später A&R Manager des Techno-Labels EyeQ/Harthouse, jetzt Label Manager von Sven Väths COCOON RECORDINGS), Frank Lorber, Pascal F.E.O.S. und DJ Dag an der Seite von Sven Väth machten den Club zur Legende.

Auch Jahre nach der Schließung des Omens bleibt die Fangemeinde treu: unter Toxic Family gibt es Infos und es gibt ein Omen Forum und es gibt Retro-Partys zum Omen.
Classics Partys der "Omen-Posse": Frankfurt Technoclassics.
Link zum Filprojekt: Omen - 15 Stunden Tekkno.

DJ Sven Väth

Sven Väth (geb. 1964)
DJ Sven Väth - ich glaube darüber braucht man nicht mehr viel zu schreiben. Wer Sven Väth jemals Live als DJ am Set gesehen hat, der weiß, was Party ist. Zu den Anfängen: Michael Münzing und Luca Anzilotti (die auch SNAP! - "The power" produzierten) waren Mitbegründer des "Master Studio" und produzieren mit Sven Väth "Where are you" unter dem Projektnamen "16 Bit". Das zweite Werk "Electrica Salsa" (1986) geht 3 Millionen mal über die Ladentheke! Wer Sven Väth im EBM-Style hören möchte, dem empfehle ich den tollen Klassiker "Off - Be my dream".

Väth hatte zeitweise im Gray aufgelegt und zählte zu den Besitzern des legendären Techno-Tempels Omen und war Protagonist des Labels Eye Q. Außerdem zählte er zu den unvergesslichen DJ´s der legendären HR3 Clubnight und bereicherte alle bedeutenden Raves und Clubs rund um den Weltball. Heute betreibt Väth den Top-Club Cocoon in Frankfurt/M.

Tipp: Jüngst ist in der FAS ein schöner Artikel über DJ´s erschienen: "Nachtleben, lebenslang".

20100718

Labels Rhein-Main

Wer wissen will wie hoch der Einfluss und der kreative Output des Rhein-Main Techno´s um 1990 herum war, muss nur einen Blick auf die Labeldichte aus Rhein-Main und Umgebung werfen. Da wären u.a. (Angaben ohne Gewähr Vertriebe/Labels wechselten des öfteren):

- ZYX, Merenberg. ZYX vertrieb auch die Kultlabel Techno Drome International und Boy Records, Bad Kreuznach
Boy Records aus Bad Kreuznach: Michael Zosel schaffte mit dem im Juni 1988 gegründeten Label einen ganz eigenen Stil in der Gattung Techno, der bis heute unverwechselbar ist. Vocals aus Filmen und berühmten Reden etc. gemischt mit elektonischen Amboss-Aggrepobeats. Die wichtigsten Acts waren u.a. Time Modem, O, New Scene - mit teilweise beachtlichen Verkaufszahlen. Top-Produzent war Arno Müller (später auch in der Popakademie aktiv) der u.a. mit New Scene und Hypnopedia und Joachim & Ulrich Wilhelm (Time Modem) am Start war. Die avangardistischen Töne aus Bad Kreuznach drangen bis in die von guten Technobässen verwöhnten Benelux-Länder vor. Anspieltipps BOY Records: Time Modem - The time of the gathering, Hypnopedia - Hypnopedia, New Scene - Out of Control.
Anspieltipps ZYX & Technodrome: Techno-Club - The ultimate techno mix part I,
Recall IV - Contrast, Enemies of Charlotta FOC II - Der Feind, Trust In 6 - Life in ecstasy, Tribantura - Lack of Sense, Indicate - The latest idea, Off - Be my dream.
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- Westside WESTSIDEmusic
u.a. Sound der Techno-Anfänge des Erfolgsproduzenten Rahen. Siehe heute auch Rahen.de
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- Hype, Kronberg und Technoline
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- Discomania, Rosbach/Ts.: Mitte 1989 zieht die ursprünglich aus Hannover stammende Discomania Vertrieb von Hilden nach Rosbach/Taunus. Im August 1991 übernahme der Bad Homburger AMV-Label "Suck me plasma", "New Zone" und "Zoth Ommog" Muzic Research von Alex Azary. Aus dessen Crew bleibt Armin "Jeff" Johnert (Gray, Frontpage) im Vertrieb von Discomania. Discomania hatte zudem den exklusiven Vertrieb von Force Inc. (1991 von dem damals im legendären BOY arbeitenden Achim Szepanski in Frankfurt/M. gegründet) sowie den Vertrieb für Overdrive aus Wiesbaden(1990 Gegr. von Captain Jack-Erfolgsproduzent und späterren Palazzo--Besitzer Udo Niebergall) und PCP. Ende 2009 gab es dann eine Insolvent-Meldung von Discomania.
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- Harthouse/Eye-Q-Rec., FFM/OF (1991-1997) Gemeinsam gegründet von Sven Väth, dem ehemaligen Geschäftsführer des Dorian Gray Heinz Roth, und dem Produzenten Mathias Hoffmann)
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- Abfahrt, Darmstadt (Das Label des tödlich verunglückten Torsten Fenslau)
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- Parade Amoureuse, Cyclotron, Blackout Frankfurt/M. (Labels von Laiki Kostis, der Anfang der neunziger Jahre auch Chef von Boy Records in Frankfurt war)
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- Logic Records, Offenbach (begründet von M. Münzing, Luca Anzilotti u. Matthias Martinssohn)

Radio: Clubnight und Maximal

Als am 15. November 1989 mit Hit Radio FFH das erste Privatradio in Hessen startete wurde der Innovationsdruck für das öffentlich-rechtliche Radio groß. Der HR reagierte u.a. mit der neuartigen Radiosendung HR 3 Clubnight - einer DJ-Sendung, dieses Format, Live DJing on air, war bereits in England längst erfolgreich.

Es gab insgesamt zwei Radiosender, die stilbildendender Multiplikator für den Sound of Frankfurt waren: die HR3 Clubnight, die vom 05.05.90 bis 31.12.00 jeweils von 21-24h lief (danach gab es die Clubnight auf hrxxl ab 01.01.01) und RPR Maximal - diese Radiosendung lief vom 02.06.1990-25.01.2001 (danach auf Sunshine live) - mit Moderator Tillmann Uhrmacher (ex- Mysterious Art Bandmitglied) - der die neuesten Maxis des Dancefloor spielte. Gestartet wurde 1990 mit einer Samstagssendung von 18.00 bis 21.00 Uhr aus dem "gläsernen" RPR 1-Studio im "Mannheimer Stadtgarten".
(Ab 1995 jeden Freitag von 21.00 bis 0.00 Uhr, ab 1996 bis 2.00 Uhr)

Die erste HR3 Clubnight bestritt am 05.05.1990 (Samstags 21-0h) Torsten Fenslau aus dem Dorian Gray. Weitere legendäre DJ´s, die als Stammteam dort regelmäßig auflegten waren u.a.: Sven Väth (Omen), Lady D (aus dem Funkadelic in der Brönnerstr. 11), Heinz Felber (österreichische House-DJ, bekannt als Produzent von Deskee - Let there be house, DJ im Cooky´s 1986-1996) und der Hip-Hop-DJ Chilly T. (aus der World Disco in Kassel). Später legten auch Marc Spoon und Talla 2 XLC dort auf. DJ Dag und seit Anfang 1994 Uli Brenner (der u.a. Resident-DJ im Paramount Park war) bestritten die insgesamt meisten DJ-Gigs bei der Clubnight.

Die Tracks der Club-Radiosendungen landeten dann auf gute alte Musikkassetten-Mixtapes. Leider neigt sich auch die ära der Tapes dem ende zu. 2010 wurde eines der letzten Produktionswerke in Deutschland geschlossen.

Alte Playlisten der legendären HR3-Clubnight gibt es auf clubnight-net.

20100717

Oldskool-Techno als modisches Lebensgefühl

Techno war in seinen Anfangsjahren ein Zeitgeist und für viele seiner Protagonisten ein Lebensgefühl.

Techno hat auf seinem Höhepunkt Anfang bis Mitte der neunziger Jahre Musik und Mode mitbestimmt. Der "Techno-Style" mit seiner bunt-verrückten Clubculture-Mode (dp-Daniel Pool Shirts oder andere schrille Shirts, Palladium- oder bei EBMlern Doc Martens Schuhe etc.) gehörte ebendso dazu wie die "Flyer"-Kultur, die grafische Akzente setze. Eine Ansammlung von neuartigen "Energydrinks", Lichtprojektionen hat dises Lebensgefühl Techno mitgeprägt. Nicht zuletzt gab es für die Musik einen eigenen Tanzstil, der nichts mehr mit dem alten "Disco-Fox" gemein hatte.

15 Jahre später ist von diesem Aufbruch in das "Techno-Zeitalter" nicht mehr viel zu spüren. Mode ist heute viel mehr von Hip-Hop geprägt und "Retro"-T-Shirts beschäftigen sich nach wie vor mit Applikationen der US-Kultur. So erinnern die Aufdrucke an die Rolling Stones, US-Colleges und Football-Teams oder gehen zurück in die Woodstock-Kultur der Eltern, aber von Techno-Retro gibt es modisch nur noch wenige Spuren...

Top-10 list of Techno-DJ´s world 1989-1993

- Torsten Fenslau (viel zu früh verstorbener Top-DJ aus Darmstadt)
- DJ Ricci (legendärer DJ aus Italien)
- Sven Väth (Frankfurt/M.)
- Carl Cox (Rave-DJ aus Manchester)
- Derrick May (Mayday, kommerzkritischer DJ und Produzent aus Detroit)
- Kevin Saunderson (Detroit)
- Jeff Mills (Detroit)
- Juan Atkins (Detroit)
- Miss Djax (NL)
- Westbam (Berlin)

Techno in Print

Die wohl bekannteste Postille aus den Techno-Anfängen war die im Mai 1989 in Frankfurt/M. begründete, dann später in Berlin beheimate Frontpage. Als erstes Fanszine für elektronische Musik wurde die Frontpage in der Anfangszeit vom Techno-Club im Dorian Gray herausgegeben.

Ein weiteres Dancefloor-Mag das 1989 im Rhein-Main Gebiet startete und später auch nach Berlin ging, war die von Thomas "T." Koch gegründete Groove. 2010 erschien ein bemerkenswertes Sonderheft zu 20 Jahre Groove.

Mit übergreifenden Themen zur Dancefloor-Szene gab es das bundesweit erscheinende Magazin "Network Press". Das bis 1994 in Deutschland verbreitete Zeitgeistmagazin "Wiener" und das bis 1996 erschienene Lifestylemagazin "Tempo" sowie die 1991 bis 2008 erschiene "Max" waren weitere Magazine, die in dieser Zeit ab und an über das Techno-Partygeschehen berichteten. Ein weiteres tonangebendes Magazin "Prinz" ist bis heute erfolgreich am Markt.

Frankfurt/M. Techno - Sound of Frankfurt

2009 wurde nicht nur das rocklastige, von den Medien begeistert aufgenommene "40 Jahre Woodstock" gefeiert, sondern eher unbeachtet von der Öffentlichkeit das zwanzigjährige Jubiläum für die letzte große Musikbewegung: Techno. Frankfurt am Main war eine der Geburtsstätten des Techno´s und es gab einen ganz besonderen Spirit in den Anfängen der Techno-Musik, der weltweit unter dem Synomym "Sound of Frankfurt" geschätzt wurde. Was heute die alte Schule des Technos (classic Techno) war eine vom Newbeat inspirierte avantgardistische Musik, die vom Techno-Trance bis hin zum EMB-Agreppo reichte. Das Phänomen Frankfurt-Techno, sorgte für einen unvergleichlichen Sound der besonders in der Zeit von 1989-1993 von Frankfurt/M. aus in die gesamte Region (vom Mittelrhein bis Baden, vom Saarland bis nach Sachsen und Thüringen) ausstrahlte.

Wichtige Impulsgeber und musikalische Pioniere des Technos hatten ihren Ursprung im Großraum Rhein-Main: 1989 entstanden in Frankfurt/M. die ersten Dancefloor- und Techno-Magazine "Groove" und "Frontpage". Ein jahr später starteten, als erfolgreiche musikalische Multiplikatoren, die legendären Radio-DJ-Sendungen "Hr3 Clubnight" und "RPR 1 Maximal". Zu den stilprägenden "Epizentren", die für die Ausbreitung des Techno-Sounds sorgten, zählten die in Frankfurt/M. beheimateten Clubs "Omen" und "Dorian Gray". Der "Techno-Club" im Dorian Gray, Frankfurt/M. war Wegbereiter für einzigartige Musikstile: "Frankfurt-Techno" (hier wurden Anfangs oftmals Vocals z.B. Film-Zitate verarbeitet z.B. bei Produktionen von Boy-Records und Abfahrt) und im EBM-Bereich die Frankfurter Variante "Aggrepo". Hier wurden die Grundlagen geschaffen für einen unverwechselbaren, kreativen und kompromisslosen elektronischen Sound of Frankfurt. Hier ein Spezial vom HR. Der Sound of Frankfurt bleibt unvergessen. 1994-2004 gab es zudem ein elektronisches Musikfestival in der Frankfurter Innenstadt, das sich auch "Sound of Frankfurt" nannte.